"Projekte" im Bereich unserer diakonischen Arbeit

Präsentation über einen Teil der diakonischen Arbeit unserer Gemeinde

Im weiten Feld der Diakonischen Arbeit ist auch unsere Kirchengemeinde intenisv und seit vielen langen Jahren tätig. Welche Arbeit wir da tun und welche Mitarbeitenden darin involviert sind, zeigt die Powerpoint-Präsentation, welche über den nachstehenden Link als Videodatei für alle kostenlos herunterladbar ist. Wenn Sie sich mal ein Bild länger anschauen möchten, drücken Sie in Ihrem Videoplayer einfach die Pausen-Taste.

Über Rückmeldungen oder Fragen rund um diese wichtige und umfangreiche Arbeit freuen wir uns sehr: info@borbeck-vogelheim.de.

Präsentation der "Projektarbeit"
diakonische arbeit projekte.mov
QuickTime Video Format 10.0 MB

Integration statt Innerlichkeit

Warum Diakonie und Verkündigung nicht zu trennen sind.

Thomas Hartung über die Projektarbeit in der Evangelischen Kirchengemeinde Essen Borbeck-Vogelheim.

Das Gespräch führte Claudia Eliass

Thomas Hartung
Thomas Hartung

horizonte: Was heißt für Sie lebendige Gemeindearbeit?

Thomas Hartung: Dass Gemeinde sich einmischt und damit das Evangelium konkret wird. Jesus ermutigte die Menschen in Wort und Tat, die Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen in die jeweiligen sozialen Zusammenhänge hineinzutragen und geschwisterlich zu leben. Diakonie und Verkündigung sind nicht zu trennen. Wir arbeiten einer Tendenz entgegen, die Religion in die private Innerlichkeit des Individuums verbannt ohne große Relevanz für die öffentlichen Belange. Glaube wird „geerdet“, weil er sich immer wieder mit sozialen und kommunikativen Prozessen rückkoppeln muss.

horizonte: Die Evangelische Kirchengemeinde Borbeck-Vogelheim ist Träger des interkulturellen Zentrums kreuzer, engagiert sich bei der Sprachförderung und der Job-Orientierung für Migrantinnen und Migranten. Warum?

Thomas Hartung: Bei der Diskussion um die ersten Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen in unserer Gemeinde vor rund 30 Jahren gab der damalige Finanzkirchmeister die Richtung vor: Sie dürfen alles machen, – nur kosten darf es nichts! Also ein ungeheurer Gestaltungsspielraum, den wir in der Folgezeit genutzt haben: Für Projekte mit Jugendlichen, in denen wir die Möglichkeit des internen Schulabschlusses in Trägerschaft des Evangelischen Erwachsenenbildungswerkes wiederbelebt und die Idee der heutigen Produktionsschule antizipiert haben. Für Qualifizierungsprojekte im Garten- und Landschaftsbau und im sozialen Wohnungsbau bis hin zur heutigen Ausrichtung auf die Themen Integration, interkulturelle Kompetenz, interreligiöser Dialog. Wir treten für alle ein, deren Würde heute missachtet wird. Das ist der Ausgangspunkt unserer Projekte. Das Thema Integration von Spätaussiedlern haben wir aufgegriffen, als in Essen keiner sich der Probleme dieser Menschen bewusst war. Sie hatten deutsche Namen, konnten aber kaum Deutsch. Das wurde bei der Arbeitssuche zum Problem. Sie wurden nicht verstanden oder von den Institutionen als nicht kooperativ eingestuft. Wir haben daran gearbeitet.

horizonte: Wäre das nicht eher Sache der diakonischen Werke?

Thomas Hartung: Unsere Gemeinde ist neben der Dürener im Rheinland die Einzige, die in solchem Umfang diakonische Projekte professionell und qualifiziert anbietet. Wir sehen diese Arbeit ausdrücklich als Gemeindearbeit. In einer Zeit der „systemischen Ausdifferenzierung“ ist dies ein innovativer Beitrag zur lebensweltlichen, ganzheitlichen Orientierung der christlichen Gemeinde vor Ort. Die Gemeinde entwickelt so ihre sozial-diakonische Kompetenz weiter und gibt den evangelischen Positionen die nötige Glaubwürdigkeit – nicht zuletzt, weil sie Arbeitsplätze schafft. Die Gemeinde qualifiziert sich als öffentlicher Ort von Bildung und sozialer Kommunikation. Gleichzeitig bleibt das innergemeindliche theologische Nachdenken durch den lebendigen Austausch mit einer qualifizierten Praxis gesellschaftlich anschlussfähig.

horizonte: Welche Resonanz findet die Projektarbeit?

Thomas Hartung: Nach drei Jahrzehnten Projektarbeit kann man feststellen, dass die Gemeinde finanziell und an Erfahrungen profitiert hat. Das zahlt sich in der heutigen Zeit der Konsolidierung aus: Flexibles Reagieren, kooperatives Handeln, vernetztes Denken, kein grosszügiges Verlagern der Verantwortung nach Haushalts lage, sondern ein immer neues Abwägen zentraler und dezentraler Strukturen.

horizonte: Wie sieht es mit der Akzeptanz durch die Gemeindeglieder aus?

Thomas Hartung: Vom Rand der Gemeinde hat sich der Arbeitsbereich hin zu einem wichtigen Bestandteil der Gemeindearbeit entwickelt, der mit seinem ganzheitlichen Arbeitsansatz unter anderem auch die Diskussion im presbyterialen Ausschuss für Gemeindeentwicklung beeinflusst. Viele Angebote wären ohne die logistische Infrastruktur, die die Projekte der Gemeinde geben, nicht möglich. Die Gemeinde weiß: „Die tun was!“ Und sie wissen, das gilt für jeden und jede in der Gemeinde.

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