An(ge)dacht

Pfarrer Bernhard Menzemer
Pfarrer Bernhard Menzemer

Jahreslosung 2018

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben

von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst!

Offenbarung 21,6

 

Wasser ist das kostbarste Getränk der Welt. Selbst wer noch niemals unter heftigem Durst hat leiden müssen vielleicht aber schon einmal nach einem Schluck Wasser gelechzt hat, weiß, dass man zwar einige Zeit ohne feste Nahrung auskommen kann, aber ohne Wasser keine Chance hat. Wasser ist, wie die Luft zum Atmen, Grundlage unseres  Lebens. Und dennoch sind wir gewohnt, mit diesem unendlich kostbaren Gut achtlos und verschwenderisch umzugehen. Das meiste Wasser, das wir jeden Tag im Haushalt verbrauchen, rauscht bei uns durch die Toilettenspülung. So haben wir es im Jahr 2016 geschafft, durchschnittlich 123 Liter Wasser pro Kopf am Tag zu verbrauchen. Wir leben in einem wasserreichen Land mit einer hervorragenden Wasserversorgung. Dieser Überfluss lädt wohl zur Verschwendung ein. Aber nicht alle Bewohner unserer Erde können so schwelgen wie wir. In anderen Teilen der Welt herrscht Wassermangel. Der Regen bleibt aus, die Brunnen versiegen, die Felder verdorren. Das knappe Wasser ist oft verschmutzt und verursacht Krankheiten. „850 Millionen Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser“; heißt es in einem Bericht von Brot für die Welt. Die Hilfsorganisation unserer Evangelischen Kirche wirbt daher in diesem Jahr unter dem Motto „Wasser für alle“ um Spenden für Projekte in Afrika und Asien, um dabei zu helfen, die Menschen mit gutem, sauberem Trinkwasser zu versorgen. Denn ohne Wasser gibt es kein Leben. Brot für die Welt macht mit dem Motto „Wasser für alle“ deutlich, dass es beim Zugang zu sauberem Trinkwasser ums Überleben und die Zukunft der Weltbevölkerung geht. Die ausreichende Versorgung der Weltbevölkerung mit Wasser wird daher die Aufgabe des 21. Jahrhunderts sein. Dies ist eine gewaltige Herausforderung, die großen Mut und viel getroste Zuversicht auf Gottes Hilfe braucht. Dabei dürfen wir uns leiten lassen von dem Versprechen Gottes in der Jahreslosung: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“. Die Bibel ist geprägt von den Erfahrungen des Wassermangels und der Sehnsucht nach der Stillung von allem Durst. Und so wie es in Psalm 23 heißt „...und führet mich zum frischen Wasser...“ so dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott unserer Sehnsucht begegnet mit der Fülle seines Segens. In jedem Glas Wasser begegnen wir der Liebe Gottes, die uns durch das Leben begleitet und  uns allen den Durst des Leibes wie der Seele stillt. Bestärkt von Gottes Versprechen, dass er dem Durstigen von der Quelle des Lebens umsonst geben will, dürfen wir uns darum getrost an die Aufgabe „Wasser für alle“ wagen.

Übrigens findet an jedem ersten Donnerstag im Monat um 20 Uhr in der Matthäuskirche eine Taizé-Andacht statt, zu der wir Sie herzlich einladen.

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