An(ge)dacht

Pfarrerin Ulrike Schreiner-Menzemer
Pfarrerin Ulrike Schreiner-Menzemer

Liebe Leserinnen und Leser,

so einfach und schlicht ist das befriedigende Ergebnis einer gemeinsamen Erfahrung, zu der Jesus einlädt. Von allen Hecken und Zäunen sind Menschen gekommen, um Jesus zu begegnen. Eine große Zahl: 5000 mehr oder weniger. Sie kommen, weil sie Sehnsucht haben

nach einem glücklichen, erfüllten Leben. Die Jünger Jesu, Organisatoren und Verantwortliche im Dienste Jesu, stellt dieser Erfolg Jesu, dass so viele Menschen kommen, vor eine schier unlösbare Aufgabe. „Schick sie nach Hause“ fordern sie Jesus auf, „lass sie selbst dafür sorgen, dass sie etwas zu essen bekommen!“

Doch Jesus weist sie in einen Perspektivwechsel Er lädt ein, in eine andere  Richtung zu denken. Nicht vom Mangel bestimmt, sondern von der Fülle des Möglichen!

Er sagt: „Schaut, was ihr selbst habt!“ „Fünf Brote und zwei Fische“ antworten sie.

Nach unserer Vernunft und Logik zu wenig, um so viele Menschen satt werden zu lassen.

Er lässt sie sich  zusammen zu setzen zu einer Gemeinschaft in Gruppen, die überschaubar sind und kommunikativ.

Unter Dankgebet und Gottes Segen verwandelt Jesus den sichtbaren Mangel, indem er das Vorhandene teilt. Und alle werden satt,- und es bleibt von sehr viel über…

Von dieser Geschichte geht eine tiefgreifende Hoffnung aus, dass sich dieses Modell, den Mangel zu überwinden indem das Vorhandene geteilt wird, auch auf andere Lebensbereiche übertragen lässt. So haben sich die ersten Gemeinden nach Pfingsten in kleinen Gemeinschaften zusammengefunden, deren sichtbares Kennzeichen das Teilen von Hab und Gut war, und die sonntägliche Gemeinschaft in Gottesdienst und gemeinsamen Essen.

In unserer jüngsten Vergangenheit konnten wir selbst erleben, wie unübersehbar viele Menschen auf der Suche nach einem glücklichen Leben nach Deutschland gekommen sind und erfahren haben, welche „Wunder“ Gastfreundschaft, Solidarität und die unbedingte Bereitschaft zum Teilen bewirken können. Als Kirchengemeinde lassen wir uns von der Hoffnung, die aus dieser Geschichte ausgeht, anregen, neu unsere eigenen Möglichkeiten

zu sehen und zu entdecken, welche Potentiale wir haben, die wir mit anderen teilen können.

Unser diesjähriges Gemeindefest am 2. Juli 2017 lädt dazu ein.  usm

Übrigens findet an jedem ersten Donnerstag im Monat um 20 Uhr in der Matthäuskirche eine Taizé-Andacht statt, zu der wir Sie herzlich einladen.

Teilen: