An(ge)dacht

Pfarrer Johannes Brakensiek
Pfarrer Johannes Brakensiek

Liebe Leserinnen und Leser,

 

der 3. Juni ist der Europäische Tag des Fahrrads! Ein Feiertag, den auch Christinnen und Christen begehen können, denn das Fahrrad steht für Freiheit. Eine Organisation, die sich für gerechte Wirtschaft und Politik in der Einen Welt einsetzt, hat diesen Feiertag 1998 ausgerufen. Das passt gut, denn das Fahrrad steht für unabhängige Mobilität. Für Mobilität also, die von keinen Konzernen abhängig und konkurrenzlos günstig ist. Ein Fahrzeug, mit dem man fast jeden Ort ohne Parkplatzsu-che erreichen kann. Das gilt seit dem Einsatz von E-Motoren in verstärkter Weise. Kein Wunder also, dass sich das Fahrradfahren gerade in den Städ-ten immer größerer Beliebtheit erfreut.

Im vergangenen Jahr war neben dem 500-jährigen Reformationsjubiläum auch das 200-jährige Jubiläum des Fahrrads. Am 12. Juni 1817 fuhr Karl Drais das erste Mal mit einer Laufmaschine durch Mannheim und zeigte die Freiheit dieser Mobilitätsform. Die Laufmaschine war im Grunde eine hölzerne Form des Laufrads, mit dem heute kleine Kinder Fahrradfahren lernen.

An diesen Fahrrädern sind keine Pedale und keine Ketten, aber das Wesentliche ist dran: Zwei Räder, die sich um zwei Achsen drehen, die mit einem Gestell, dem sog. Rahmen, verbunden sind. Dieses einfache Prinzip ermöglicht Freiheit – schnell, gemütlich, flexibel und gesund an der frischen Luft zu sein.

Die Reformation hat in ähnlicher Wei-se die Freiheit des christlichen Glaubens herausgestellt: Frei sind wir innerlich, wenn wir uns auf das Wesen des christlichen Glaubens konzentrieren: Es geht nämlich darum, dass wir uns in allen Belangen um ein Zentrum drehen, um eine Achse – wie die Räder: Das ist Jesus Christus.

Unsere Räder und Rahmen können alle sehr unterschiedlich aussehen und sich in ganz unterschiedliche Richtungen bewegen – frei wie der Wind. Wir selbst sind vielleicht starre Rahmen, schmale Speichen, laute Klingeln, harte Reifen oder weiche Sättel. Aber unsere Freiheit als Christinnen und Christen liegt darin, dass wir an der Achse des Laufrads, an Jesus Christus festgemacht sind.

In Essen ist vom 02. Juni bis 22. Juni 2018 das StadtRadeln (stadtra-deln.de/essen). Eine Aktion zum Klimaschutz. Lassen Sie uns gemeinsam Fahrradfahren. Wir genießen damit unsere mobile Freiheit in der sommer-lichen Luft. Und gleichzeitig zeigen wir damit auch unsere Freiheit als Christinnen und Christen: Wir sind an Jesus Christus dran. Und wir sind so frei, dass wir uns gerne für unsere Umwelt und die Gerechtigkeit in der Einen Welt aller Kinder Gottes einsetzen.

Einen gesegneten Sommer!

 

Ihr Pfarrer Johannes Brakensiek

Übrigens findet an jedem ersten Donnerstag im Monat um 20 Uhr in der Matthäuskirche eine Taizé-Andacht statt, zu der wir Sie herzlich einladen.

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