An(ge)dacht


Pfarrer Bernhard Menzemer
Pfarrer Bernhard Menzemer

Monatsspruch August 2020

„Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“ Psalm 139,14

 

Liebe Leserinnen und Leser,

in diesen sonderbaren  Wochen der Angst und Sorge  mussten wir uns damit abfinden, dass  vieles, was uns zuvor doch stets ganz alltäglich und selbstverständlich schien, plötzlich nicht mehr sein durfte. Sicherheitsmaßnahmen, die leider notwendig waren und uns wohl auch noch einige Zeit begleiten werden,  bestimmen unseren Alltag  und erschweren  unser Zusammenleben.

Dass man Abstand halten muss, sich bei der Begrüßung keine Hand mehr geben darf und immer eine Maske mit sich tragen soll,  ist immer noch sehr gewöhnungsbedürftig. Wir vermissen, was war und wissen nicht was kommt. Das beunruhigt uns. Wir fragen uns, wie das weitergehen soll. 

Angesichts solcher  Verunsicherung tun wir gut daran, uns dessen zu vergewissern, was uns trotz allem,  was uns in diesen Tagen Sorgen macht, dennoch ermutigt  und unsere aufgeschreckten Seelen mit Zuversicht erfüllt. Darum soll uns auch der Monatsspruch aus Psalm 139 durch den August begleiten und uns bestärken in unserem Vertrauen auf Gott und seine Hilfe.

In dem Vers dieses  Psalms  begegnet uns die Erkenntnis, dass wir unser Dasein einem liebenden Gott zu  verdanken haben, der uns und die ganze Welt so wunderbar geschaffen hat. Das gilt felsenfest und dessen dürfen wir uns ganz gewiss sein   So wie wir über das Schöpfungswerk Gottes nur ehrfürchtig  staunen können, so dürfen wir auch über uns selbst ganz und gar verwundert und dankbar sein. Der Mensch ist ein Wunderwerk Gottes.

Dass Gott uns nun so wunderbar gemacht hat, bedeutet jedoch nicht, dass er uns auch als vollkommene Menschen geschaffen hat. Wir haben unsere Schwächen und Fehler. Das zeigt sich in Tagen wie diesen, wo so vieles nicht stattfinden kann, wo schnell auch einmal Gereiztheit und Ungeduld aufkommen,  wo man beim Einkaufen länger  an der Kasse steht oder sogar vor der Tür warten muss.

Darum gilt es jetzt besonders,  dass wir  Geduld und Verständnis füreinander haben und Rücksicht aufbringen, dass wir darauf achten,  uns das Leben nicht gegenseitig noch schwerer zu  machen. In aller Unvollkommenheit dürfen wir uns  sagen: Wir sind doch ein Wunderwerk Gottes. Er hat uns ins Leben gerufen. Von seiner Liebe sind wir umgeben  in guten wie in schweren Zeiten. Mit allen unseren Schwächen und Fehlern hat er uns in diese Welt gestellt  und traut uns sehr wohl zu, dass wir seine Liebe auch an andere weitergeben. Er hilft uns  dabei.

Gerade jetzt in dieser Zeit. Das dürfen wir dankbar erkennen und annehmen.

Bernhard Menzemer