An(ge)dacht


Pfarrer Bernhard Menzemer
Pfarrer Bernhard Menzemer

Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Lukas 21,28

 

Liebe Leserinnen und Leser,

in den vergangenen Jahren haben wir in der Gemeinde  diese Zeit des  Advents immer gemeinsam mit einer großen Feier beginnen dürfen. In über 30 Jahren durfte ich mich freuen, dabei vielen aus der Gemeinde zu begegnen. Es wäre schön gewesen, wenn wir  auch diesmal  wieder hätten zusammen feiern können. Da dies meine letzte Advents- und Weihnachtszeit vor dem Ruhestand ist, hätte ich mich damit gerne zugleich auch von vielen verabschiedet. Corona macht dies  jetzt jedoch nicht  möglich.  Als wir zu Ostern die Gottesdienste absagen mussten haben wir ja noch gehofft, dass es zu Weihnachten bestimmt wieder anders wäre. Doch das hat sich leider nicht bewahrheitet. Wir bedauern sehr, dass wir jetzt auch alle Adventsfeiern ausfallen lassen mussten.  Corona hat die Welt bis auf weiteres immer noch im festen Griff und greift massiv in alle Bereiche unseres Lebens ein. Im Blick auf Weihnachten gibt es wohl auch schon Befürchtungen, dass weitere strenge Regeln das gemeinsame Fest in der Familie, wo alle zusammenkommen,  untersagen könnten. Wir haben daher Anlass genug, mutlos und niedergeschlagen zu sein, wenn wir daran denken, was vielleicht noch auf uns zukommt. Das Wort, das uns in dieser außergewöhnlichen Adventszeit zugesprochen wird, fordert uns jedoch auf, uns keineswegs entmutigen und durch nichts unterkriegen zu lassen. Jesus sagt uns „Kopf hoch!“. Auch wenn es uns unendlich schwer fällt, dass wir in dieser Zeit auf so vieles verzichten müssen, sollen wir den Kopf nicht hängen lassen. Uns aufzurichten und trotz allem zuversichtlich nach vorn zu schauen, ist kein Kraftakt, bei dem wir auf uns selbst gestellt sind. Jesus selbst verleiht uns die Kraft, alle notwendigen Einschränkungen mitzutragen und darauf zu vertrauen, dass wir diese Corona-Krise gemeinsam überwinden werden. In der Adventszeit dürfen wir alle unsere Hoffnungen und Erwartungen auf die Erlösung am Ende der Zeiten richten. Das heißt für uns:  Die Geschichte von Gott und den Menschen wird zuletzt ein gutes Ende finden. Der Vorschein dessen ist mitten unter uns zu erleben. Die Erlösung hat bereits begonnen. Mit der Geburt Jesu. Der Sohn Gottes kommt auf die Welt, um uns in guten wie schweren Zeiten nahe zu sein und uns immer wieder Mut und Zuversicht zuzusprechen. Das wollen wir uns  auch in diesem Jahr an Weihnachten ganz fest ins Herz schreiben lassen und gestärkt und ermutigt dem neuen  Jahr entgegensehen und allem, was es uns bringen wird.

 

Mit guten Wünschen für eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit

Ihr Pfarrer Bernhard Menzemer