Wir gratulieren zum Zuckerfest

Zum islamischen Zuckerfest, Fasten und Fastenbrechen

Der Ramadan ist der 9. Monat des islamischen Mondkalenders. Der Monat beginnt mit der Sichtung der neuen Mondsichel und dauert bis zur erneuten Sichtung der Mondsichel an. Durch Abweichungen zwischen Mondkalender und gregorianischem Kalender „wandert“ der Monat Ramadan durch die Jahreszeiten, so dass der Ramadan sowohl im Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter anstehen kann.

Nach islamischem Glauben offenbarte der Erzengel Gabriel im Monat Ramadan dem Propheten Mohammed erstmals den Koran. Dies soll um das Jahr 610 n.Chr. in der „Nacht der Bestimmung“ erfolgt sein. Mohammed gilt auch als erster, der in diesem Zusammenhang fastete und damit die Tradition begründete. Das Fasten im Monat Ramadan ist seitdem für Muslimische Frauen und Männer geboten. Mit verschiedenen Ausnahmen, so sind zum Beispiel Kinder, Kranke, schwangere Frauen und Reisende vom Fasten entbunden, wenn von der Morgendämmerung bis zur Abenddämmerung gefastet wird. Das Fasten zählt im Islam zu den fünf Säulen des Islam. Es ist neben Bekenntnis, Gebet, Almosengabe und Pilgerfahrt, eine der Grundpflichten für Muslime. Unter das Fasten fallen der Verzicht auf Essen und Trinken, als auch auf Genussmittel und Sex von der Morgendämmerung bis zur Abenddämmerung. Der Ramadan wird zur religiösen Besinnung genutzt und ist durch intensives Gebet und viel Zeit im Kreis der Familie geprägt. Das Ende des Monats Ramadan wird im Übergang zum folgenden Monat mit dem Fest des Fastenbrechens begangen und dauert drei Tage an. Das Fest des Fastenbrechens ist neben dem Opferfest eines der hohen Feste des Islam.

Die Parallelen und Ähnlichkeiten zwischen islamischer, jüdischer und christlicher Tradition in der Handhabung des Fastens zu bemerken, ist nicht sonderlich schwierig, obwohl die theologischen Grundlagen sehr verschieden sind. Jedoch lenken die diesmal auch zeitlich sehr eng beieinander liegende vorösterliche Zeit und der Monat Ramadan die Gedanken auf die starke Ähnlichkeit in dem Verständnis, dass das Fasten, das Maßhalten und der Verzicht Teil einer Besinnung auf Gott und seine frohe Botschaft sind. Das ist eine Gemeinsamkeit, die beide Religionen auch mit dem Judentum gemein haben. Ein weiterer Hinweis auf die hohe Stellung des Fastens in der Tradition des Christentums wird durch einen Blick auf die englische Sprache verdeutlicht. Das englische „Breakfast“, also Frühstück, bedeutet wortwörtlich, dass nächtliche Fasten zu brechen - break fast.

 

Für gegenseitiges Verständnis ist es aber auch wichtig, die Unterschiede zwischen Religionen und Konfessionen zu sehen: Nach evangelischer Vorstellung ist Fasten keine Verpflichtung, nicht etwas, das den Menschen Gott genehm macht. Da gibt es auch keine Vorschriften, denn welche Maßnahme gerade notwendig ist, um Gottes Wirken in der Welt besser wahrzunehmen, ist nach evangelischen Verständnis für jeden Menschen und in jeder Situation verschieden.

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