Eine neue Stele „wächst“ auf Matthäusfriedhof

Wachsende Stele
Wachsende Stele

Über den Steinbildhauermeister Thorsten Stegmann haben wir eine neue Stele erhalten, die auf dem neuen Feld für Erdreihengrabstätten incl. Pflege errichtet worden ist.

Mit jeder Bestattung wächst diese Stele um einen weiteren Namensstein nach oben hin an.

 

Wir danken Herrn Stegmann ganz herzlich dafür und stellen Ihnen nachstehend seine Interpretation der Stele vor:

Als freischaffender Bildhauer begreife ich die von mir geschaffene wachsende Stele als Skulptur und den Friedhof als öffentlichen Raum. Die wachsende Stele aus dunklem Granit verbirgt in sich viele Inhalte. So sind zwei Seiten fein geschliffen, die anderen beiden bleiben rauh und unbearbeitet. Die rauhen Seiten stehen für das Leben, die fein bearbeiteten zwei anderen, auf denen die Namen der Verstorbenen abwechselnd eingraviert sind, für den Tod und durch das Übereinanderstapeln der einzelnen Steinblöcke nach oben hin für die Auferstehung. Der mit der Erde verbundene untere Bereich der Stele worauf der Spruch ,,Ich bin das A und das O..." eingearbeitet steht, symbolisiert den Glauben als Fundament und Basis menschlicher Existenz.

Das Übereinanderstapeln der Namenssteine versinnbildlicht zum einen in ihrer Zusammengehörigkeit das Miteinander im alltäglichen Leben und verinnerlicht in der Individualität als Steinblock mit der jeweileigen Namensgebung auch oder erst recht im Tod die unmittelbare Nähe zu Gott. Das Wachsen der Stele steht für die Unendlichkeit, steht dafür, dass es nicht aufhört, dass es immer weiter geht und ist somit ein Indiz für die Hoffnung der Menschen. Auch der Schlussstein, der letzte, der irgendwann ganz oben mit Namen die 230 cm hohe Stele abschließen wird, ist in seiner Kopflösung rauh belassen und symbolisiert, dass es auch nach diesem Zeichen, dass dann gesetzt ist, weiter geht. Für den individuellen Namen bedeutet es Anfang und Ende, das A und das O, aber die Stele soll als Symbol der Auferstehung, soll als ein Symbol der Hoffnung für die Außenstehenden und Angehörigen zur Entfaltung kommen. Die Stele wird innerhalb einer Zeit, die wir in ihrer Entwicklung nicht bestimmen können, wachsen und irgendwann als einheitliche Aussage den Menschen vielleicht mehr als ein Erinnerungszeichen sein.

Th. Stegmann

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