Pfr. Manfred Maier
„Alles aus und vorbei! Der größte Irrtum überhaupt. Am besten wir vergessen die ganze Sache.“ Das mögen die Gedanken der beiden Jünger aus der bekannten Emmausgeschichte gewesen sein.
Sie können sie im Lukasevangelium, Kapitel 24, 13-35 nachlesen. Zwei aus dem Jüngerkreis machen sich auf den Weg nach Emmaus, ihrem Heimatort. Ihre Gedanken und Gespräche kreisen um das, was sie in Jerusalem erlebt haben. Den Tod Jesu am Kreuz hatten sie nicht erwartet. Selbst die Botschaft: „Jesus ist nicht mehr im Grab, er lebt“, nahmen sie nicht wahr, zu sehr waren sie mit dieser für sie schlimmen „Niederlage“ Jesu beschäftigt.
Auf ihrem Heimweg schließt sich ihnen ein Fremder an. Er hört zu, lässt sie sich den Frust von der Seele reden. Und er erklärt ihnen das Erlebte im Blick auf die Heilige Schrift:
„Ihr seid traurig, weil ihr es nicht verstehen könnt, was passiert ist. Ihr flieht vor etwas, weil ihr enttäuscht seid. Und doch: Wenn ihr euch die Schrift richtig anschaut, dann würdet ihr erkennen, dass genau so Gottes Reich anfängt.“
Während der Mahlfeier, als der Mann das Brot segnet, bricht und mit ihnen teilt, gehen ihnen die Augen auf, und sie erkennen in ihm Jesus, den Auferstandenen. Die Gemeinschaft mit Jesus hat sie verändert. Er hat ihnen als zunächst unbekannter Wanderer seine Zeit und sein Wissen geschenkt und ihnen erklärt, was für sie ein Rätsel ist. Sie lernen die Vergangenheit neu im Licht der Schrift zu betrachten. Vielleicht erleben wir es auch einmal: Da kommt jemand und interessiert sich für mich, für das, was mir durch den Kopf geht, was ich erlebt habe, womit ich Probleme habe. Und das setzt bei mir etwas Neues in Gang. Plötzlich ist die Trauer, das Grübeln über verpasste Gelegenheiten, nicht mehr wichtig. Wichtig ist jetzt nur noch, dass Jesus lebt. Diese einzigartige Botschaft muss unter die Leute! Die Jünger gehen zurück nach Jerusalem. Alle sollen es hören: Jesus ist nicht mehr tot. Gott hat ihn auferweckt!
Auch wir, Sie und ich, dürfen diese Botschaft weitersagen.
Ich wünsche Ihnen dabei viele offene Ohren und Herzen.